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Samstag, 2. Oktober 2021

Lösung?!

 Schon immer frage ich mich, warum auf dem Weg von der Kettspule auf den Kettbaum immer soviel Lauflänge verschwindet. Bei meinem neuen Projekt waren es etwa fünf Meter. Ich konnte ein ganzes Abteil weniger bäumen. Das heißt, das Gewebe wird 4cm schmaler.

Ich glaubte zunächst, die beiden Zähler - der am Spulgerät und der am Fadenführgerät - würden verschieden messen. Ich habe das aber längst nachgemessen und sie zählen beide gleich. - Wäre ja auch komisch gewesen....

Heute Morgen beim Aufwachen, hatte ich plötzlich einen klassischen Geistesblitz. - Die Hirnforschung lässt grüßen. :-)

Ich denke, es ist so: Wenn ich spule gebe ich ordentlich Gas. Das heißt, der Motor zieht kräftig an dem Garn und streckt es ziemlich. Wenn ich die Kettspulen dann aber wieder auf den Kettbaum abdrehe, mache ich das von Hand. Das Garn läuft über das Fadenführgerät, das ja keinen Zug aufbaut, sondern einfach nur sortiert. Ich denke, das Garn "zieht sich wieder zusammen" in singen Originalzustand. Es wird wieder kürzer, weil kein Zug auf ihm lastet und die Kette wird kürzer, als berechnet.

Das müsste wirklich die Lösung sein. 


Was ist nun zu tun?

Ich könnte langsamer und zugfreier spulen oder einfach gleich mal immer Summe x zur Kette dazurechnen. - Aber für Summe X habe ich keine Formel und außerdem ist es in der Regel auch nicht ganz so schlimm wenn das Gewebe etwas schmaler wird. 

Wenn ich aber etwas nachwebe, muss natürlich alles stimmen und es kommt auf jeden Zentimeter Kettlänge an.

Ich muss mir also vorher immer gut überlegen, wie ich es mit der Kettlänge halten will... - Oder die Formel finden... - Was sehr unwahrscheinlich ist!

Donnerstag, 30. September 2021

Planen , Spulen und Bäumen

 Es ist sehr ruhig geworden hier. Ich habe eine Reihe Geschirrtücher gewoben. Ansonsten seit den Wollstoffen im letzten Winter nichts mehr. Das Leben lässt nun eben nicht immer genug Zeit für den Webstuhl.

Ich möchte hier aber mal wieder richtig was dokumentieren. Und zwar mein neustes Webprojekt. Ich möchte zeigen, welche Schritte nötig sind, bis ein Webstück/Stoff fertig auf dem Tisch liegt.


Zunächst braucht es eine Idee.

Ich wollte schon lange eine Tischdecke für den Terrassentisch weben. Ich dachte zuerst an zwei Bahnen, die ich dann in der Mitte zusammennähe. Aber nun kam mir die Erkenntnis, dass ich ja auch doppelbreit weben könnte.  Der Nachteil sind die irre vielen Kettfäden und so überlegte ich an der Kettdichte herum. Das Material soll Cottolin sein. Die Bindung Leinwand.

Ich dachte an eine Kettdichte von 7 Fäden pro Zentimeter. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich kein 70er Blatt habe. Also habe ich mich für 6 Fäden entschieden. Ich hoffe, das ist nicht zu wenig. Aber die Decke soll ja auch nicht zu schwer werden. 


Dann wird geplant und gerechnet:

Ich habe meine Tische ausgemessen. Alle sind 90cm breit, sie sind lediglich unterschiedlich lang. Ich plane drei Decken und habe grob und großzügig überschlagen. Also komme ich auf eine Kettlänge von 7,5 Metern. Die Breite mit 1,6m habe ich ziemlich breit angelegt, aber ich möchte, dass die Decke an den Seiten überhängt und ich fürchte einen ziemlichen Einsprung beim Waschen, wegen der wenigen Kettfäden. Ich habe da keine Erfahrung damit. Also lieber zu breit, als zu schmal....

Da ich einen Direktzettelsatz besitze muss ich nun ausrechnen, wieviele Kettspulen ich brauche und wie lange der Faden auf der jeweiligen Spule sein muss. Ich bäume immer 2cm, also brauche ich 24 Kettspulen (2x6 - Doppelgewebe also jede "Seite" 6 Fäden- und das mal 2 weil ich ja 2cm bäume). 

Da ich zwei verschiedene Farben in der Kette geplant habe, muss ich zwei mal die 24 Kettspulen spulen. Das ergibt dann auch pro Farbe eine unterschiedliche Länge der Kettspule. Die Grundfarbe ist ein ungebleichtes Cottolin und dann noch Kettstreifen in einem dunklen petrol. - Das ist zwar nicht so richtig meine Farbe, war aber gerade im Angebot und passt schon irgendwie ins Farbkonzept. :-)


Spulen:

Ich besitze ein elektrisches Spulgerät. Das ist super und ich gebe ordentlich Gas, bis ich die jeweilige Länge aufgespult habe:




Das Fadenführgerät:

Die fertigen Spulen werden in das Spulengestell eingelegt. Dann stelle ich das Gestell hinter den Webstuhl und klemme das Fadenführgerät ein. Ich habe eines von Louet, wie mein Webstuhl. Irgendwie bin ich nicht ganz so zufrieden. Aber nicht immer liegen die Probleme am Gerät. Vielleicht mache ich als Autodidakt auch nicht alles richtig. Ich muss jedenfalls immer höllisch aufpassen, dass die Fäden auch immer in dem Teil bleiben, das ich bäumen will.


Hier der Spulenständer mit den Spulen.
Die Fäden sind schon in das Fadenführgerät eingelegt.





Die Kettfäden werden einzeln in das Fadenführgerät eingelegt.
Der Sinn ist, dass die Fäden ordentlich sortiert auf den Kettbaum gedreht werden.





Hier von oben





Das Führgerät sitzt auf einem Baum oberhalb des Kettbaumes (- der hat sicher einen Namen, aber ich kenne ihn nicht...). Man kann auf dem Kettbaum die einzelnen Abteile erkennen. Jedes Abteil ist 2cm breit und durch einen Metallbogen vom anderen abgeteilt. Das ist wichtig, damit die Kette nicht übereinander rutscht. Wir sprechen ja von 7,5 m Länge.





Hier sieht man das Ganze von hinten, also der Moment, in dem die Kette aus dem Führgerät auf den Kettbaum gedreht wird.





Ich drehe den ganzen Kettbaum so lange mit einer Kurbel, bis die 7,5 m in einem Abteil aufgedreht sind. Dann schneide ich es ab, klebe es ab (ja, ich weiß, man könnte es auch einfach anbinden....) und rutsche das Fadenführgerät eins weiter.




Jubel, Trubel, Heiterkeit!
Die Kette ist gebäumt! Man kann die verschiedenen Farben sehen.
Warum die Kette statt für 40 Abteile nur für 39 Abteile ausreichte ist mal wieder ein Mysterium,
in dem Fall aber kein Problem.



Montag, 10. September 2018

Durchzug

Inzwischen habe ich die neue Kette durchgezogen.



Zunächst habe ich die alte und die neue Kette verknotet. Es waren 304 Knoten und ging verhältnismäßig schnell.


Das ist der Moment, in dem die neue Kette durch die Litzen kommt und ich gebe zu, dass man auf dem Foto nichts erkennen kann. Da nützt die beste Ausrüstung nichts, es bleibt dabei: Ich kann einfach nicht fotografieren! Entschuldigung...


Na gut, hier sieht man es besser. Es hat nur wenig gehakt und ich habe keinen Faden verloren.

Der Rest war ein Klacks: Weiter ziehen, bis die Knoten durch das Blatt kamen. Das sieht vielleicht wirr aus, ist es aber gar nicht. Man muss nur ziehen und alles ordnet sich sich fein säuberlich.



Und jetzt sieht es so aus:


Ich bin sehr zufrieden. Bilder von den 7 Läufern gibt es später.

Fazit: Auch wenn die Konterei öde und langwierig ist, finde ich persönlich es angenehmer, die neue Kette anzuknoten, statt alles neu einzuziehen. Der Nachteil ist natürlich, dass man den identischen Einzug hat wie die alte Kette. Aber das stört mich in diesem Fall nicht. Ich möchte Servietten weben und die dürfen ja gerne das selbe Muster haben, wie die Läufer.